In Kaub am Rhein ein Taunusmusikant sein

„Alle Jahre wieder“ – in diesem speziellen Fall ist dies nicht der Titel eines bekannten Weihnachtsliedes, sondern ist endlich die Zeit für das Probenwochenende der Wiesbadener Taunusmusikanten gekommen! Nach einer anstrengenden, aber sehr erfolgreichen Auftrittssaison 2010 wurde die kurze Zeit vor Beginn der Advents- und Weihnachtsauftritte genutzt, um zwei anstehende Konzerte im April und im November des kommenden Jahres vorzubereiten.
Bereits am Freitag gegen 11 Uhr trafen sich 33 Aktive am Bürgerhaus in Delkenheim, um sich gemeinsam auf den Weg in die schöne Rheinstadt Kaub zu machen. Die Doppelung der Schnapszahlen lässt an dieser Stelle schon vermuten: ein lustiges, arbeitsreiches, kommunikatives und vor allem musikalisches Wochenende wartete auf die Teilnehmer.

Nach entspannter 45-minütiger Fahrt traf der Konvoi mit den voll beladenen Autos bei Stromkilometer 546 und somit in Kaub am Rhein ein, um im dortigen Jugendgästehaus für die kommenden beiden Tage die Zelte aufzuschlagen. Hier gab es erst einmal ein stärkendes Mittagessen, und wie sich herausstellte, war dies auch nötig – warteten doch in den Autos nicht nur Koffer, sondern auch die Blas- und Rhythmusinstrumente, Notenkisten und allerlei elektronisches Aufnahme-Equipment darauf, im Probensaal untergebracht zu werden. Und wer glaubt, 33 Musiker brauchen auch nur 33 Instrumente, der täuscht sich an dieser Stelle gewaltig! Aber Dank einer guten Organisation und vielen helfenden Händen war gegen 14.30 Uhr bereits alles an Ort und Stelle und vor allem auch einsatzbereit, so dass die lang erwarteten Proben endlich beginnen können.
Drei Konzertstücke standen auf dem Plan: „Moment for Morricone“, ein Medley bekannter Western-Melodien, sowie „Midnight Dancer“, eine Komposition für Blasorchester, die durch zahlreiche Effekte nicht nur den Zuhörer begeistert, und „Gonna fly now“, das Titel-Thema der bekannten „Rocky“-Filmreihe.
Schneller als gedacht waren die ersten fünf der insgesamt 17 Stunden Probenzeit vorbei und die Musiker konnten den ersten Tag des Probenwochenendes gemütlich im Felsenkeller des Jugendgästehauses Kaub ausklingen lassen – allerdings nicht zu lange, schließlich wartete ein arbeitsreicher Samstag auf die Teilnehmer!

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen standen schließlich die Registerproben an: Die einzelnen Gruppen richteten sich in den verschiedenen Seminarräumen ein, um selbst die kniffeligsten Stellen der Stücke gemeinsam zu erarbeiten. Nach dem Mittagessen wurde die Arbeit der einzelnen Register zusammengeführt. Und bereits nach kurzer Zeit jagte die eine oder andere Gänsehaut über die Rücken der Musiker – spätestens jetzt hatte der Zauber des gemeinsamen Musizierens alle Teilnehmer erreicht.
Zum Ende des zweiten Tages gab es dann noch eine Neuerung im Stundenplan des Probenwochenendes: die Musiker teilten sich in insgesamt drei Gruppen auf, um innerhalb einer Stunde ein eigenes kleines Konzertprogramm mit vorher nicht bekannten Stücken vorzubereiten. Das anschließende Vorspiel begeisterte alle und war somit ein wirklich krönendes Finale des erfolgreichen Probentages.

Zum Abschluss des Probenwochenendes wurden am Sonntagvormittag alle drei Konzertstücke noch einmal durchgespielt und an der einen oder anderen Stelle etwas gefeilt. Insgesamt waren aber nicht nur der Dirigent des Orchesters, Karsten Schindler, sondern auch alle übrigen Teilnehmer mit der musikalischen Leistung des Orchesters sehr zufrieden. Und nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich waren die Teilnehmer in zwei Tagen zusammengewachsen, alte Freundschaften gestärkt und neue Freundschaften geschlossen.
Nach dem abschließenden Mittagessen trafen sich die Teilnehmer ein letztes Mal im Probensaal, um gemeinsam die mitgebrachte Ausrüstung zusammenzupacken und in den Autos zu verstauen. Nach einer letzten Tasse Kaffee, Kakao oder Tee hieß es dann gegen 14 Uhr endgültig Abschied nehmen von einem tollen Probenwochenende, einem sehr schönen Jugendgästehaus, von Kaub und von einer fantastischen Truppe Musiker.

Die Ergebnisse des Probenwochenendes und vieler weiterer Übungsstunden sind dann zum ersten Mal am 1. April 2011 bei „Taunusmusikanten@School“, dem Benefiz-Konzert der Theodor-Fliedner-Schule in Bierstadt, zu hören. Wer es bis dahin nicht abwarten kann: bereits am 6. und 20. Dezember spielen die Wiesbadener Taunusmusikanten jeweils ab 19.30 Uhr auf dem Wiesbadener Sternschnuppenmarkt.