60 Jahre Wallauer Kerbegesellschaft

60 Jahre Wallauer Kerbegesellschaft

60 Jahre und kein bisschen leise – so könnte man das Jubiläum der Wallauer Kerbegesellschaft beschreiben. Und damit es nicht einfach nur laut, sondern SCHÖN laut wurde, waren auch in diesem Jahr wieder die Wiesbadener Taunusmusikanten mit dabei.

Bereits am Donnerstagabend trafen sich 15 Musiker, um den Kerbevadder Leon Lipinski, der in diesem Jahr zum ersten Mal dieses Amt übernommen hatte, musikalisch bei der Ausgrabung der Kerb zu unterstützen. Mit dabei waren natürlich die komplette Kerbegesellschaft sowie Kerbemudder Lea Speerbrecher und Pfarrer Oliver Albrecht, für beide ebenfalls Premiere im Amt. Während auf dem Kirchhof fleißig nach der Kerb gesucht wurde, unterhielten die Musikerinnen und Musiker die feierfreudige Runde mit „Reiß die Hütte ab“, „Yeah!“ und natürlich dem Kerbe-Marsch.

Im Anschluss an die Ausgrabung ging es wie jedes Jahr gut gelaunt durch Wallau, um an verschiedenen Kneipen oder privat aufgebauten Stationen gemeinsam zu singen, zu trinken, zu tanzen und zu feiern. Nach fast drei Stunden Tour durch den Ort verabschiedeten sich die Wiesbadener Taunusmusikanten von der Kerbegesellschaft, jedoch natürlich nicht ohne ein „Trompeten-Echo“ als Zugabe. Insgesamt war das ein toller Auftakt einer tollen Jubiläumskerb.

Bereits am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr sah man dann schon wieder die ersten Taunusmusikanten durch das Festzelt wandern – für den festlichen Zeltgottesdienst galt es, über 30 Stühle zu organisieren. Dankenswerterweise half der Gesangverein Wallau aus, die aus ihrer benachbarten „Rolands Hütte“ alles Mobiliar zur Verfügung stellten, was nicht niet- und nagelfest war. Und so konnte das Orchester pünktlich um 11.07 Uhr den Gottesdienst mit einem „Happy Birthday“ eröffnen. Gekonnt wurde von diesem Ständchen zu „Born this way“ von Lady Gaga übergeleitet, und schon war es „kein bisschen leise“ im Zelt. Aber auch mit den traditionellen und neueren Kirchenliedern wie „Großer Gott, wir loben dich“ oder „Ich sing dir mein Lied“, das mit einem Samba-Rhythmus unterlegt wurde, wurde die Stimmung weiter angeheizt. Gemeinsam mit dem Gesangverein Wallau wussten die Wiesbadener Taunusmusikanten, wie man eine Gemeinde in einen feierlichen und feiernden Zustand versetzen kann – mit Musik ist alles möglich, das betonte auch Kerstin Jährling-Roth von der Kirchengemeinde Wallau, die sich herzlich für die musikalische Gestaltung bei beiden Vereinen bedankte. Zum Abschluss des Gottesdienstes erklang wie bereits am Donnerstag noch einmal das Trompeten-Echo, und damit wurden auch die letzten Regentropfen vertrieben – denn der Tag war noch nicht zu Ende. 

Um 13.30 Uhr trafen sich Kerbegesellschaften, Vereine und natürlich auch die Wiesbadener Taunusmusikanten auf dem IKEA-Parkplatz, um die Feierlaune noch einmal in den Ort zu tragen. Und Petrus war mit dabei: während des Umzugs pausierte der Regen, und zwischendurch blitzte sogar die Sonne durch die Wolken. Und so warteten dann auch viele Wallauerinnen, Wallauer und Gäste aus den umliegenden Orten an der Zugstrecke auf die gut gelaunte Truppe. Wie bereits in den Vorjahren durften die Wiesbadener Taunusmusikanten gemeinsam mit dem Nachbau der Kirche und der Wallauer Kerbegesellschaft den Tross anführen. Mit Hits wie „Eye of the Tiger“, „Havanna“ oder „I will follow him“ war es ein Leichtes, die Menschen am Straßenrand zum klatschen, tanzen und winken zu animieren. Nach über einer Stunde erreichte der Zug die Wallauer Kirche, wo bereits die Wallauer Ländchesmusikanten das Warten auf den Zug mit einem Platzkonzert verkürzt hatte. Gemeinsam spielten dann in guter Tradition beide Orchester noch einmal gemeinsam auf, sehr zur Freude der Kerbegesellschaft und des Publikums. Natürlich durfte der „Kerbemarsch“ nicht fehlen. Und mit dem „Böhmischen Traum“ und „Wackelkontakt“ erreichte die Stimmung einen vorläufigen Höhepunkt. Dieser wurde dann mit Erklingen der ersten Takte des „Trompeten-Echos“ noch einmal getoppt. 

Verschwitzt, gut gelaunt und erfüllt von schönen Momenten erreichten die Wiesbadener Taunusmusikanten anschließend wieder das Festzelt. Doch der Abschied währt nicht lange: An den kommenden Wochenenden stehen noch die Kerben in Delkenheim und Erbenheim im Terminplan des Orchesters. Auch hier werden die Kerbe-Gottesdienste begleitet, und in Erbenheim sind die Musikerinnen und Musiker sowohl freitags als auch sonntags bei den Umzügen mit dabei. 

Vielen Dank an Rudy Görgen für einen Teil der Fotos!