{"id":1779,"date":"2012-10-12T20:00:39","date_gmt":"2012-10-12T18:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.taunusmusikanten.de\/?p=1779"},"modified":"2017-05-28T23:00:19","modified_gmt":"2017-05-28T21:00:19","slug":"probenwochenende-in-kaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.taunusmusikanten.de\/?p=1779","title":{"rendered":"Probenwochenende in Kaub"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ich wei\u00df nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein M\u00e4rchen aus uralten Zeiten, das geht mir nicht aus dem Sinn&#8230;.&#8220;<\/p>\n<p>&#8230; so dichtete Heinrich Heine 1823, als er durch das enge Rheintal an der Pfalz bei Kaub vorbei auf die Loreley zufuhr. Heute ist diese Fahrt nicht mehr so gefahrvoll wie damals, und manch ein Wanderer verweilt ein Wochenende in einer der sch\u00f6nsten Jugendherbergen Deutschlands, in der Rheinsteig-Jugendherberge, im Zentrum von Kaub gelegen.<br \/>\nDas Hauptgeb\u00e4ude existierte schon zu Zeiten Heinrich Heines. Aus seinen rheinseits gelegenen Fenstern erblickt man die Pfalz mit Deutschlands m\u00e4chtigstem Fluss und seinen Schiffen, die sich hier stromaufw\u00e4rts auf die gefahrvolle Fahrt durch die felsigen Engstellen, das &#8218;Binger Loch&#8216;, vorbereiten.<\/p>\n<p>Die Jugendherberge bietet nicht nur Unterkunft und Verpflegung. Sie hat auch eine ausgezeichnete Infrastruktur, die es Ch\u00f6ren und Orchestern erm\u00f6glicht, hier ein paar Tage konzentrierte Probenarbeit zu leisten. Der schallged\u00e4mmte, freundlich und zweckm\u00e4\u00dfig ausgestattete Probensaal hat eine ausgezeichnete Akustik. Er kann leicht bis zu 80 Musiker aufnehmen. Zudem gibt es in der Jugendherberge viele Nebenr\u00e4ume, um Einzel- oder Satzproben abzuhalten. So ist es kein Zufall, dass die Taunusmusikanten nun schon zum zweiten Mal ihr traditionelles Probenwochenende in Kaub veranstalteten.<br \/>\nOffiziell ging es freitags, am 12.Oktober, los. Aber eine Vorhut von etwa 10 Musikern, die sich extra daf\u00fcr Urlaub genommen hatten, reiste schon donnerstags Mittag an, um alles vorzubereiten. Bestuhlung, Notenarchiv, eine Snackbar, ein K\u00fchlschrank, ein Fotokopierer\u2026., alles musste professionell aufgebaut werden. Man staunt, was ein Orchester alles braucht, um arbeiten zu k\u00f6nnen. Und, was immer gerne vergessen wird: es bedurfte einer ausgiebigen Vorbereitungsphase, um dies alles zu erm\u00f6glichen. Unsere Organisations-Chefin Steffi hatte schon Wochen vorher angefangen alles in die Wege zu leiten, sodass die Teilnehmer letztlich nur noch ihre Zimmer belegen brauchten.<\/p>\n<p>Am Freitagmorgen ging es dann &#8218;offiziell&#8216; los. Wie gewohnt hatte Karsten, unser Dirigent mit seinen Stellvertretern Maren und Frank ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um mit einem Laienorchester schwierige St\u00fccke einzu\u00fcben. Stehen doch die wichtigsten Auftritts-Termine des Jahres noch bevor. So war dieses Jahr ein Schwerpunkt auf die kommenden Advents- und Weihnachtsauftritte gelegt worden. Auch wurden Satzproben f\u00fcr besonders schwere Passagen abgehalten. Vom Tiefblech (Tuba, Bariton und Tenorh\u00f6rner) \u00fcber Posaunen, Saxophone bis hin zu Trompeten und Klarinetten: jede Instrumentalgruppe setzte sich in einem anderen Raum zusammen, um das zu lernen, was beim Probieren zu Hause, allein und ohne ein fachkundiges &#8218;Feedback&#8216;, f\u00fcr einen Laienmusiker schwierig ist.<\/p>\n<p>Hervorheben muss man an dieser Stelle die Gastronomie der Jugendherberge: nach jeweils anstrengenden Proben waren Mittag- und Abendessen eine willkommene Abwechslung. Vorbei die Zeiten, als in Jugendherbergen noch Eint\u00f6pfe, Butterbrot und Pfefferminztee die Regelverpflegung war. Mehrere Gerichte zur Auswahl, eine Sonderk\u00fcche f\u00fcr Allergiker, Buffets und ein reichhaltiges Getr\u00e4nke-Sortiment lie\u00dfen keinen Grund f\u00fcr Kritik aufkommen. Lediglich alkoholische Getr\u00e4nke waren nicht im normalen Umfang enthalten. Die Taunusmusikanten haben aber ihr Mitglied Stefan, seines Zeichens Tenor-Hornist, also dem Tiefblech zugeh\u00f6rig. Stefan hat beste Beziehungen zu einer Privatbrauerei in S\u00fcddeutschland und keine M\u00fchen gescheut, mit Genehmigung der Herbergsleitung, eine Zapfanlage zu installieren, um nach den Proben f\u00fcr w\u00fcrzigen Gerstensaft zu sorgen. Dazu gab es nach den Proben allerlei Salziges, Geb\u00e4ck und Knabbereien, alles aus Spenden von Vereinsmitgliedern.<\/p>\n<p>Bevor es aber zum geselligen Teil ging, wurden am Samstagnachmittag noch ein paar Sondereinlagen gemacht:<br \/>\nTraditionell studierte ein Teil der Musiker ein Gesangsst\u00fcck ein. Ein anderer Teil probte ein neues Instrumentalst\u00fcck, zum Teil auf dem jeweiligen Zweitinstrument: da wurde der Trompeter zum Saxophonist, der Tubabl\u00e4ser versuchte sich auf der Klarinette, die Fl\u00fcgelhornistin auf dem Tenorhorn usw. Unsere Rhythmiker (Schlagzeug, Percussion) veranstalteten bei dieser Gelegenheit einen Kurzlehrgang f\u00fcr alle Kollegen,die sich einmal mit diesem Teil der Instrumententechnik befassen wollten. Die Teilnehmer dieses Lehrgangs studierten dann unter der Leitung von Frank ein Percussion-St\u00fcck ein. Zum Schluss stellte dann jede Gruppe das Erlernte den jeweils anderen vor. Resumee: Es wurde nicht mit Applaus gespart, kam es doch darauf an, in kurzer Zeit neue Dinge zu lernen und, das Wichtigste, dabei Spa\u00df zu haben.<\/p>\n<p>Am Sonntagmorgen, dem letzten Tag des Probenwochenendes, waren die mit den Instrumenten erzeugten T\u00f6ne noch etwas &#8218;belegt&#8216;, was auf einen feuchtfr\u00f6hlichen Samstagabend schlie\u00dfen lie\u00df. Aber nach einer angemessenen Warmlaufphase konnte der Endspurt beginnen. Es wurden nochmal alle bisher geprobten St\u00fccke angespielt und Karsten, der daf\u00fcr bekannt ist, berechtigte Kritik auch auszusprechen, zeigte sich mit dem Erreichten sehr zufrieden. Nach dem Mittagessen ging es dann ans Abbauen und Verstauen der Instrumente und des Zubeh\u00f6rs in die Fahrzeuge. Ein letzter Blick auf den Rhein mit der Burg Pfalzgrafenstein sorgte f\u00fcr etwas Wehmut. So muss es auch Heinrich Heine gegangen sein, als er das romantische Rheintal wieder verlie\u00df und seine Gef\u00fchle in Verse setzte. Dennoch: Jeder Teilnehmer hatte die \u00dcberzeugung, etwas f\u00fcr sich mitgenommen zu haben von diesem sch\u00f6nen Wochenende!<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<table style=\"height: 46px;\" width=\"46\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"10\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"493\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ich wei\u00df nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein M\u00e4rchen aus uralten Zeiten, das geht mir nicht aus dem Sinn&#8230;.&#8220; &#8230; so dichtete Heinrich Heine 1823, als er durch das enge Rheintal an der Pfalz bei Kaub vorbei auf die Loreley zufuhr. 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