Wiesbadener Taunusmusikanten beenden Kerbesaison in Erbenheim

Traditionell ist im Jahresverlauf der Wiesbadener Taunusmusikanten die Erbenheimer Kerb der Abschluss der verschiedensten Kerbeveranstaltungen. Seit mehreren Jahrzehnten dürfen die Wiesbadener Taunusmusikanten ein Bestandteil des tollen Erbenheimer Kerbe-Programms sein, die traditionell am 4. Wochenende im September stattfindet. In diesem Jahr trat der rege Musikverein bereits an vier Septemberwochenenden gleich sechs Mal auf. So eingespielt freuten sich die Aktiven auf den tollen Lampionsumzug durch die Erbenheimer Straßen am Freitag und auf den sehr gut besuchten Kerbegottesdienst am Sonntag – beides bei absolutem Kaiserwetter.

Am Freitag versammelten sich knapp 20 Musikerinnen und Musiker, zusammen mit einem hundertköpfigem Tross aus Lampions, Kerbegesellschaft sowie den Erwachsenen und vielen vorfreudigen Kindergesichtern, vor dem Kerbezelt und anschließend schlängelt sich der leuchtende Lindwurm durch die Erbenheimer Straßen zum Wäschbach, wo symbolisch die Kerb ausgegraben wurde. Mit fröhlicher Kerbegesellschaft im Schlepptau marschierte man dann im Anschluss ins Zelt, wo man das bereits wartende Publikum mit einem kleinen Platzkonzert unterhalten durfte. Mit „The Final Countdown“ übergaben die Taunusmusikanten dann rockig das Zepter an die Queen-Coverband weiter, leiteten aber zeitgleich auch symbolisch zum großen und spektakulären Höhenfeuerwerk über.

Am Sonntag waren die Aktiven dann für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich. Dieser wird seit Jahren im Kerbezelt gefeiert und durch die drei Erbenheimer Kirchengemeinden ökumenisch ausgerichtet. In diesem Jahr war die Atmosphäre dort besonders einzigartig. Nicht nur, dass das tolle Publikum selbst nach den Chorälen, die die Wiesbadener Taunusmusikanten für die Gottesdienstbesucher einstimmten, lautstark applaudierte, nein, denn Pfarrer Fritz verglich in seiner Predigt das Erbenheimer Publikum mit dem kleinen, unbeugsamen gallischen Dorf von Asterix und Obelix und ließ offen, ob die Wiesbadener Taunusmusikanten dann den Barden „Troubadix“ darstellen sollten. Dieser wird ja bekanntlich im Anschluss an seine „Kunst“ immer gefesselt an einem Baum zurückgelassen, auf dass er keinen Mucks beim Festbankett mehr von sich geben könne.

Pfarrer Henn jedoch stellte dann in seiner sehr launigen Abkündigung, unter wohltuendem Applaus der Erbenheimer, fest, dass die Musiker (nicht nur) heute wirklich gut gespielt haben. Abschließend präsentierte das 33köpfige Orchester dann, ebenfalls spontan anmoderiert von Pfarrer Henn, ihr neu einstudiertes „Rolling in the deep“ unter lautem Mitklatschen und sogar Zugaberufen.

Glücklicherweise war also hörbar klar, dass keiner der Musikerinnen und Musiker nun von den gallischen Einwohnern Erbenheims vertäut das Schicksal des Barden aus „Asterix & Obelix“ teilen muss: Echt Glück gehabt! 😀