Horst

„Meine Klarinette hat viel mehr Klappen als deine Flöte!“

Das sagte vor über 50 Jahren ein Schulkamerad zu mir. Diese Bemerkung trug dann nicht unerheblich zum Ende meiner Flötenkarriere bei. Darauf folgten gut 2 Jahrzehnte musikalischen Nichtstuns.
Das änderte sich erst als mir eine alte Klarinette in die Hände fiel, die ich so lang malträtierte, bis ich ihr ein paar gezielte Töne entlocken konnte. Durch eifriges Üben brachte ich es dann schnell dazu, dass ich einfache Kinderlieder fehlerfrei spielen konnte.
Ich hielt mich für den Größten:

1. Irrtum
 
Über eine Zeitungsanzeige, in der unter anderem Klarinetten-Spieler gesucht wurden, kam ich zu den Taunusmusikanten. Schnell merkte ich, dass es Stücke gab, deren Schwierigkeitsgrad weit über dem von Kinderliedern lag. Aber durch langes intensives Üben hatte ich irgendwann das Durchschnittsniveau des Musikvereines erreicht und ich dachte, ich könnte nun richtig Klarinette spielen:
 
2. Irrtum
 
Als ich aus dem Erwerbsleben ausstieg und nun glaubte viel Zeit zu haben, nahm ich bei einem professionellen Klarinettenlehrer Unterricht, um mir die letzten Feinheiten anzueignen. Rasch merkte ich aber dann, dass ich immer noch Anfänger war. Im Grunde genommen musste ich das Klarinettenspielen neu erlernen!
Inzwischen habe ich soweit Fortschritte gemacht, dass ich in einer Klarinettengruppe mithalten kann. Einen möglichen 3. Irrtum („Ich kann gut spielen“) bin ich nicht mehr erlegen!