Wenn die Freiwillige Feuerwehr Bierstadt ihr 125-jähriges Bestehen feiert, dann darf eines nicht fehlen: erstklassige Unterhaltung. Zum großen Festwochenende vom 1. bis 3. Mai verwandelte sich das Feuerwehrgerätehaus, das daran angebaute Festzelt und der Hof in eine Feiermeile, und am Sonntag, den 3. Mai, sorgten die „Wiesbadener Taunusmusikanten“ für den perfekten musikalischen Frühschoppen.
Mittlerweile auf fast 50 Musikerinnen und Musiker angewachsen, ist es mittlerweile eine große Herausforderung, das komplette Orchester auf einer Bühne zu platzieren. Da konnte man fast froh sein, dass sich an diesem schönen Sonntag „nur“ 35 Musikerinnen und Musiker pünktlich um 10.30 Uhr in Bierstadt trafen, um der Feuerwehr mit stimmungsvoller Blasmusik zum Jubiläum zu gratulieren. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und mit ein wenig Stühle schieben, unter Einsatz von jeder Menge Hirnschmalz und mit registerweise choreographiertem Besiedeln der Bühne konnte der Auftritt um 11 Uhr starten. Im Festzelt und auch davor an den Getränke- und Essensständen hatten sich schon jede Menge feierfreudige Besucherinnen und Besucher eingefunden, um das große Finale des Festwochenendes mitzuerleben. Auch einige Fans der Wiesbadener Taunusmusikanten waren vor Ort, um „ihr“ Orchester zum ersten Mal in diesem Jahr live auf der Bühne zu sehen und zu hören.
Da ließen sich die Wiesbadener Taunusmusikanten natürlich nicht lumpen. Dicht gedrängt, aber mit umso mehr Leidenschaft und Freude am Musizieren boten sie die gesamte Breite ihres Repertoire und Könnens dar und sorgten für einen vollen, satten Sound, der das Publikum sofort in Feierlaune versetzte. Mit Dixie, Swing, Rock und Pop, aber auch mit traditioneller Blasmusik, also Polkas, Walzer und Märschen, sorgten sie für ausgelassene Stimmung bei den Zuhörerinnen und Zuhörern, die auch immer wieder Teil der Show waren: So forderte der musikalische Leiter und Moderator Karsten Schindler nicht nur zum Mitschunkeln und Klatschen auf. Bei der Titelmusik von „Addams Family“ wurde an passender Stelle geschnipst, und den ein oder anderen Teil des Publikums hielt es nicht durchgängig auf den Bänken, denn Tanzen geht im Stehen einfach besser.
Auch neue Stücke hatten die Wiesbadener Taunusmusikanten im Gepäck: So wurde kräftig bei dem Party-Hit „Wackelkontakt“ mitgesungen, und auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn von der Freiwilligen Feuerwehr Bierstadt erklang im letzten Drittel des Programms die Polka „Auf der Vogelwiese“, bei der nicht nur das Publikum, sondern auch das ganze Orchester mitsangen.
Nach über drei Stunden musikalischem Feuerwerk ließ das Publikum die Wiesbadener Taunusmusikanten nicht unter drei Zugaben von der Bühne. Und so verabschiedete sich das Orchester mit dem „Trompeten-Echo“, dem „Böhmischen Traum“ und dem Glenn Miller-Hit „In the Mood“. Und apropos „In the Mood“: Für vier Musikerinnen und Musiker war dies der erste große Bühnenauftritt mit dem Orchester, so dass sich im Vorfeld die ein oder andere Nervosität breit machte. Aber die leuchtenden Augen während und nach dem Auftritt zeugten von großer Freude und einfach viel Spaß am Musizieren. Und das galt für alle Beteiligten: Orchester, Publikum und dem Jubilar des Wochenendes, der Freiwilligen Feuerwehr Bierstadt. Ein rundum gelungenes Festwochenende nahm so eine würdiges und fröhliches Ende.
Für die Wiesbadener Taunusmusikkanten geht es gleich eine Woche später schon wieder weiter: Das Äppelblütefest in Naurod steht im Terminkalender des Orchesters. Sowohl im Umzug als auch im Anschluss auf der Festbühne sorgen die Musikerinnen und Musiker wieder mit toller Musik für gute Laune!
…und wie viel Spaß das Musizieren bei den Wiesbadener Taunusmusikanten macht, hat Thea aus dem Klarinetten-Register in einem kleinen Reim zusammengefasst:
Kleine Bühne, großer Sound:
WTM made the world go round!
Der Auftakt zur diesjährigen Saison gestaltete sich akrobatisch-musikalisch
an der Feuerwehrhalle Bierstadt im Zelt.
Auf der Bühne war der Platz knapp bemessen –
so hat man sehr nah beieinandergesessen,
musiziert und sich gefreut,
vom Dirigenten gut betreut.
Der moderierte den Auftritt mit toller Haltung,
das half viel bei der Ausgestaltung.
Das Repertoire gefiel wohl sehr
bei der Bierschter Feuerwehr,
denn am Schluss wollten sie noch mehr!
Vier Premieren noch zur Ehr:
Marita, Martin, Vera und Annette –
aber leider keine neue Klarinette!
Trompeten-Echo, Tiger Rag,
das taugte auch zu dem Zweck
dass jeder rief und applaudiert:
das hatten sie echt super einstudiert!
Danke Bierstadt!
